Sit with me by the fireplace and let me read you poetry in my native language! I made it soothing and softspoken but the pieces I read are rather dark and sad. CW: you'll hear multiple mentions of death (in German). Timestamps: 00:47 Das Lied der Toten by Novalis 07:00 Weltende by Else Lasker-Schüler 07:46 Weltende by Jakob von Hoddis 08:40 Der Krieg by Georg Heym 12:05 Die Heimkehr by Heinrich Heine 13:30 Erlkönig by Johann Wolfgang von Goethe 15:45 Der Tod der Geliebten by Rainer Maria Rilke 16:55 Mondnacht by Joseph von Eichendorff All poems are licensed under creative commons. Copyright of the recording remains with Ava Lee Literature.
This is an Averly Audio performance. Please be respectful of my creative work. Do not download or share it anywhere without permission.
Thank you. Hey there. Thank you for joining me in my wooden cabin in the black forest, the blackest forest of all, for a little poetry reading in German.
Now, let's get comfortable by the fireplace. You can put your head in my lap if you like. I brought some dark and rather sad but beautiful pieces for you to listen to.
Das Lied der Toten by Novalis. The title means The Song of the Dead, but it's also a bit about desire, too. Lob doch unsere stillen Feste, unsere Gärten, unsere Zimmer, das bequeme Hausgeräte, unser Hab und Gut.
Täglich kommen neue Gäste, diese früh, die anderen späte. Auf den weiten Herden immer lodert neue Lebensglut. Tausend zierliche Gefäße, einst betaut mit tausend Tränen, goldene Ringe, Sporen, Schwerter sind in unserem Schatz.
Viel Kleinodien und Juwelen wissen wir in dunklen Höhlen. Keiner kann den Reichtum zählen, zählt er auch ununterlassen. Kinder der Vergangenheiten, Helden aus den grauen Zeiten, der gestirne Riesengeister, wunderlich gesellt.
Holdefrauen, ernste Meister, Kinder und verlebte Kreise sitzen hier in einem Kreise, wohnen in der alten Welt. Keiner wird sich je beschweren, keiner wünschen vorzugehen, wer an unseren vollen Tischen einmal fröhlich saß. Klagen sind nicht mehr zu hören, keine Wunden mehr zu sehen, keine Tränen abzuwischen, ewig läuft das Stundenglas.
Tief gerührt von heiliger Güte und versenkt ins selges Schauen steht der Himmel im Gemüte, wolkenloses Blau. Lange, fliegende Gewande tragen uns durch Frühlingsauen und es weht in diesem Lande nie ein Lüftchen kalt und rau. Süßer Reiz der Mitternächte, stiller Kreis geheimer Mächte, Wollust rätselhafter Spiele, wir nur kennen euch.
Wir nur sind am hohen Ziele, bald in Strom uns zu ergießen, dann in Tropfen zu zerfließen und zu nippen auch zugleich. Uns ward erst die Liebe leben, innig wie die Elemente, mischen wir des Daseins Fluten, brausend Herz mit Herz. Lüstern scheiden sich die Fluten, denn der Kampf der Elemente ist der Liebe höchstes Leben und des Herzens eigenes Herz.
Leiser Wünsche, süßes Plaudern, hören wir allein und schauen, immer da in selge Augen, schmecken nichts als Mund und Kuss. Alles, was wir nur berühren, wird zu heißen Balsamfrüchten, wird zu weichen, zarten Brüsten, Opfer kühner Lust. Immer Wächst und Blüht verlangen, am Geliebten festzuhangen, ihn im Innern zu empfangen, eins mit ihm zu sein.
Seinem Durste nicht zu wehren, sich im Wechsel zu verzehren, voneinander sich zu nähern, voneinander nur allein. So in lieb und hoher Wolllust sind wir immer da versunken, seit der wilde, trüb Funken jener Welt erlosch, seit der Hügel sich geschlossen und der Scheiterhaufen sprühte und dem schauernden Gemüte nun das Erdgesicht zerfloss. Zauber der Erinnerung, heiliger Wehmut, süße Schauer, haben innig uns durchklungen, kühlen unsere Glut.
Wunden gibt's wie Ewigschmerzen. Eine göttlich tiefe Trauer wohnt in unser aller Herzen, löst uns auf in eine Flut. Und in dieser Flut ergießen wir uns auf geheime Weise in den Ozean des Lebens, tief in Gott hinein und aus seinem Herzen fließen.
Wir zurück zu unserem Kreise und der Geist des höchsten Strebens taucht in unsere Wirbel ein. Schüttelt eure goldenen Ketten mit Smaragden und Rubinen und die blanken Saupunschwangen, Blitz und Klang zugleich. Aus des feuchten Abgrunds Betten, aus den Gräbern und Ruinen, Himmelsrosen auf den Wangen, schwebt ins bunte Fabelreich.
Könnten doch die Menschen wissen, unsere künftigen Genossen, dass bei allen ihren Freuden wir geschäftig sind. Jauchzend würden sie verscheiden, gern, dass Bleiche da sein müssen. Oh, die Zeit ist bald verflossen.
Kommt, Geliebte, doch geschwind. Helft uns nur den Erdgeist binden, lernt den Sinn des Todes fassen und das Wort des Lebens finden. Einmal kehrt euch um.
Deine Macht muss bald verschwinden. Dein erborgtes Licht verblassen. Werden dich in kurzen binden.
Erdgeist, deine Zeit ist um. Weltende bei Else Lasker-Schüler. Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wäre und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet Grabesschwer.
Komm, wir wollen uns näher verbergen. Das Leben liegt in aller Herzen, wie in Särgen. Du, wir wollen uns tief küssen.
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, an der wir sterben müssen. Weltende bei Jakob von Hottis. Dem Bürger fliegt vom Spitzenkopf der Hut.
In allen Lüften hallt es wie Geschrei. Dachdecker stürzen ab und gehen in zwei. Und an den Küsten, liest man, steigt die Flut.
Der Sturm ist da. Die wilden Meere hupfen. An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von den Brücken. Der Krieg bei Georg Heim.
Aufgestanden ist er, welcher lange schlief. Aufgestanden unten aus Gewölben tief. In der Dämmerung steht er, groß und unerkannt.
Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand. In den Abendlärm der Städte fällt es weit. Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit.
Und der merkte runder Wirbel stockt zu Eis. Es wird still. Sie sehen sich um.
Und keiner weiß. In den Gassen fasst es ihre Schulter leicht. Eine Frage.
Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht. In der Ferne wimmert ein Geläute dünn.
Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn. Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an. Und er schreit.
Wir Krieger alle. Auf und an. Und es schallet, wenn das schwarze Haupt erschwenkt.
Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt. Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut. Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.
Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt. Und des Todes starken Vögeln weiß bedeckt. Über runder Mauern blauem Flammenschwall steht er über schwarzer Gassen Waffenschall.
Über Toren, wo die Wächter liegen quer. Über Brücken, die von Bergen toter schwer. In die Nacht jagt das Feuer querfeldein.
Einen roten Hund mit wilder Mäuler schrein. Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt. Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.
Und mit tausend roten Zipfelmützen weit sind die finsteren Ebenen flackernd überstreut. Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her, fegt er in die Feuerhaufen, dass die Flammen brenne mehr. Und die Flammen, fressend, brennend, Wald um Wald, gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.
Seinen Stange haut er wie ein Köhlerknecht in die Bäume, dass das Feuer Brause rächt. Eine große Stadt versank in gelbem Rauch, barf sich lautlos in des Abgrunds Bauch, aber riesig über glühenden Trümmern steht, der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht. Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein in des toten Dunkels kalten Wüsten nein, dass er mit dem Brande weit die Nacht verdor, Pech und Feuer träufelt unten auf Gummoch.
Heimkehr bei Heinrich Hain Mein Herz, mein Herz ist traurig, doch lustig leuchtet der Mai. Ich stehe gelehnt an der Linde hoch auf der alten Bastai. Da drunten fließt der Blaue, Stadtgraben in stiller Ruh, ein Knabe fährt im Kahne und angelt und pfeift dazu.
Jenseits erheben sich freundlich in winziger bunter Gestalt Lusthäuser und Gärten und Menschen und Ochsen und Wiesen und Wald. Die Märkte bleichen Wäsche und springen im Gras herum, das Mühlrad stäubt Diamanten, ich höre sein fernes Gesumm. Am alten grauen Turme ein Schilderhäuschen steht, ein rotgeröckter Bursche dort auf und nieder geht.
Er spielt mit seiner Flinte, die funkelt im Sonnenrot, er präsentiert und schultert. Ich wollt, er schoß mich tot. Erlkönig bei Johann Wolfgang von Goethe Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind, er hat den Knaben wohl in dem Arm, er fasst ihn sicher, er hält ihn wahr.
Mein Sohn, was bürgst du so bang dein Gesicht? Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlkönig mit Kron und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.
Du liebes Kind, komm, geh mit mir, da schöne Spiele spiele ich mit dir. Manche bunte Blumen sind an dem Strand, meine Mutter hat manche gülden Gewand. Mein Vater, mein Vater, hörest du nicht, was Erlkönig mir leise verspricht? Sei ruhig, bleib ruhig, mein Kind, in dürren Blättern säuselt der Wind.
Willst, feiner Knabe, du mit mir gehen? Meine Töchter sollen dich warten schön, meine Töchter führen den nächtlichen Rhein und wiegen und tanzen und singen dich ein. Mein Vater, mein Vater, siehst du nicht dort? Erlkönigs Töchter am düsteren Ort? Mein Sohn, mein Sohn, ich sehe es genau, es scheinen die alten Weiden so grau.
Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt und bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt. Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an, Erlkönig hat mir ein Leids getan. Dem Vater grausert's, er reitet geschwind, er hält in den Armen das ächzende Kind, erreicht den Hof mit Mühe und Not, in seinen Armen das Kind war tot.
Der Tod der Geliebten bei Rainer Maria Rilke. Er wusste nur vom Tod, was alle wissen, dass er uns nimmt und in das Stumme stößt, als aber sie, nicht von ihm fortgerissen, nein, leis aus seinen Augen ausgelöst, hinüberglitt zu unbekannten Schatten, und als er fühlte, dass sie drüben nun, wie ein Mond, ihr Mädchenlächeln hatten und ihre Weise, wohlzutun, da wurden ihm die Toten so bekannt, als wäre er durch sie mit einem jeden ganz nah verwandt, er ließ die anderen reden und glaubte nicht und nannte jenes Land das gutgelegene, das immer süße und tastete es ab für ihre Füße. So, to end this reading on a lighter note, I'll read you Mondnacht by Josef von Eichendorff and the title means Moonlit Night.
Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, dass sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt. Die Luft ging durch die Felder, die Ähren wogten sacht, es rauschten leis die Wälder, so sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus. Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus. Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.